Juli, 2019 — 2min Lesezeit

Autoritär – kooperativ – oder was?

Ein Beitrag von Ulrich zur Strassen

"Mir war gar nicht bewusst, wie autoritär ich in Wirklichkeit meine Mitarbeiter führe …", resümierte nachdenklich und betroffen eine Personalleiterin während des mehrtägigem Seminars 'SITUATIVES FÜHREN'.

Mit „autoritär“ verband sie Begriffe wie „von oben herab“, „Befehl und Gehorsam“ oder „keine Diskussion!“. Verhaltensweisen, die sie zu vermeiden versuchte.

Wo sie sich doch in ihrem Selbstbild als Führungskraft immer für sehr kollegial, unterstützend, teamorientiert, offen und sich um alles und jeden kümmernd gehalten hat…
Genau diese Eigenschaften kennzeichnen doch einen kooperativen Führungsstil, oder?! Und ausgerechnet ihre Reflexion unterschiedlichster Arbeitssituationen ließ nun Schlüsse auf ein autoritäres Führungsverhalten zu?

Ein Widerspruch? Mitnichten!

Wir Führungskräfte tragen häufig in uns ein Bild, bewusst oder unbewusst, wie wir als Vorgesetzte agieren und wahrgenommen werden möchten. Dementsprechend führen wir unsere Mitarbeiter.

Schauen wir dazu auf die ursprüngliche Bedeutung der Wörter

– kooperativ → zusammenarbeitend
– autoritär → selbstbezogen

wird das Dilemma deutlich.

Führen nach eigenen inneren Selbstbildern führt schnell zu autoritärem, selbstbezogenem Verhalten.

Und zwar genau in den Momenten, in denen der persönliche Führungsstil nicht mehr zur Situation oder dem Arbeitsverhalten der Mitarbeiter passt. Misserfolge und/oder frustrierte Mitarbeiter bis hin zur inneren Kündigung sind oft die Folge…

Lenken wir unsere Aufmerksamkeit dagegen auf unsere Mitarbeiter und geben wir der jeweiligen Situation den passenden Rahmen wie z. B.

– klare Strukturen und Standards, engmaschiges Nachhalten
– Verstehen und Verständnis beim Mitarbeiter erzeugen
– Rücken stärken und unterstützen
– Freiraum für selbständiges Gestalten gewähren

motivieren wir zur Weiterentwicklung statt einerseits zu überfordern oder andererseits zu langweilen. Wir stärken die zwischenmenschliche Zusammenarbeit. Erfolg wird erlebbar – für alle Beteiligten.

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